Inanna Venus & die sieben Tore der Unterwelt

Inanna Venus

Am 3. Oktober 2026 wird Venus rückläufig. Und wenn wir ihren Zyklus über die Geschichte der sumerischen Göttin Inanna betrachten, stehen wir gerade an einem besonders spannenden Punkt.

Seit Februar 2026 ist Venus als Abendstern durch die sogenannten Venus Gates aufgestiegen. Symbolisch hat sie dabei Stück für Stück zurückgeholt, was Inanna auf ihrer Reise in die Unterwelt zuvor abgelegt hatte. Im August erreichte Venus das siebte Gate, das mit der Krone und der eigenen Autorität verbunden wird. Im September folgte das Gate of Ascension.

Jetzt stehen wir an der Schwelle zum nächsten Zyklus.

Am 3. Oktober wird Venus rückläufig. Mitte Oktober beginnt in dem Venus-Inanna-Modell eine kurze Phase, die als „Metamorphic Underworld“ bezeichnet wird. Am 24. Oktober erreicht Venus ihre untere Konjunktion mit der Sonne: Sie steht zwischen Erde und Sonne und wechselt anschließend vom Abendstern zum Morgenstern.

Eine neue Venus wird geboren. Und danach beginnt eine neue Reise.

Venus ist größer als Liebe und Dating

In der westlichen Astrologie verbinden wir Venus mit Liebe, Schönheit, Beziehungen und Harmonie. Aber Venus steht auch für unsere Werte, Selbstwert, Geld, Begehren, Genuss und Verkörperung. Sie regiert Stier und Waage. Erde und Luft. Und genau darin steckt für mich eine wichtige Frage:

Es ist eine Sache zu wissen, was Dir wichtig ist. (Luft) Es ist eine andere, danach zu leben. (Erde)

Auch mythologisch ist Venus wesentlich komplexer als das Bild der hübschen Liebesgöttin. Aphrodite (also Venus) entsteht aus dem Meeresschaum nach der Entmannung von Uranus. Ihre Geschichte beginnt mit Chaos, Gewalt und der Tiefe des Meeres. Sie ist keine naive Schönheit. Nein, sie kennt ihren Wert und den kann ihr niemand nehmen. Sie liebt ihre Sexualität und lässt sich dafür nicht beschämen.

Als sie von ihrem Mann und einigen anderen Göttern beim Ehebruch mit Ares (Mars) erwischt wird und ausgelacht – also öffentlich gedemütigt – wird und dadurch gebrochen werden soll, schweigt sie. Sie rechtfertigt sich nicht, sie fleht nicht, sie entschuldigt sich nicht und sie lässt sich auf keine moralische Diskussion ein. Sie entzieht sich dem patriarchalen Urteil der anderen komplett. Und danach flieht sie nicht beschämt, sondern reist zu ihrem Geburtsort nach Zypern um dort im Meer zu baden und ihre „Jungfräulichkeit“ wiederherzustellen, was in dieser Symbolik jedoch nicht körperlich gemeint ist, sondern psychologisch. Sie holt sich ihre psychologische Ganzheit und Unabhängigkeit zurück und reinigt sich vom Urteil der Gesellschaft. Sie gehört keinem Mann, sie liebt wen und wann sie will. Und sie regeneriert ihren Wert aus sich selbst heraus.

Und vielleicht passt genau deshalb die Geschichte von Inannas Reise in die Unterwelt so gut zum Venuszyklus.

Inanna Venus und die sieben Tore

Inanna ist eine Göttin der sumerischen Mythologie, die unter anderem mit Liebe, Sexualität, Fruchtbarkeit und Krieg verbunden wird. Viele Spuren verbinden Inanna mit dem Planeten der Venus und damit auch mit der Göttin Venus bzw. Aphrodite.

Eine ihrer bekanntesten Geschichten erzählt von ihrem Abstieg in die Unterwelt zu ihrer Schwester Ereshkigal. Um dorthin zu gelangen, muss sie sieben Tore durchschreiten. Inanna beginnt ihre Reise als Königin, geschmückt mit ihren Insignien. Doch an jedem Tor muss sie etwas ablegen. Ihre Krone. Ihr Zepter. Ihre Halskette. Ihre Brustplatte. Ihren Gürtel. Ihre Armreifen. Und schließlich ihr Kleid.

Die sieben Tore werden in modernen spirituellen Interpretationen häufig mit den sieben Chakren verbunden. Mit jedem Tor verliert Inanna damit symbolisch etwas von ihrer äußeren Identität: Autorität, Wahrnehmung, Ausdruck, Schutz, Schöpfungskraft, Sinnlichkeit und schließlich Sicherheit und Körperlichkeit.

Bis sie vollkommen nackt vor Ereshkigal steht. Und stirbt.

Die Unterwelt ist nur die Hälfte der Geschichte

Genau hier hören wir bei Transformation gerne hin. Unterwelt. Schatten. Loslassen. Tod und Wiedergeburt.

Aber Inannas Geschichte endet dort nicht. Sie wird wiederbelebt. Und sie steigt auf. Auf ihrem Weg zurück holt sie symbolisch wieder ein, was sie auf ihrem Abstieg abgelegt hat.

Und genau in dieser Phase befand sich Venus seit Februar 2026. Von Februar bis August bewegte sie sich als Abendstern durch sieben Tore – von Life Force und Creativity über Personal Power, Compassion, Communication und Perception bis hin zur Authority am Crown Gate. Im September folgte das Gate of Ascension.

Das bedeutet: Die interessanteste Frage für diesen Moment ist vielleicht gar nicht: Was musst Du loslassen? Sondern: Was hast Du zurückgeholt?

Inanna Venus: Was hat sich seit Februar verändert?

Schau einmal zurück. Was ist seit Februar 2026 wieder lebendiger geworden? Was hast Du erschaffen? Wo hast Du Deine eigene Kraft wiedergefunden? Was hat sich in Deinen Beziehungen verändert? Was hast Du ausgesprochen? Und was kannst Du heute klarer sehen? Wo hast Du Deine eigene Autorität zurückgeholt?

Und dann kommt die für mich viel wichtigere Frage: Was davon hast Du wirklich verkörpert?

Denn genau hier liegt für mich ein Teil der Bedeutung von Venus, über den wir viel zu selten sprechen.

Erkenntnis ist noch keine Verkörperung

Wir sind unglaublich gut darin geworden, uns selbst zu analysieren. Noch ein Muster. Noch eine Wunde. Vielleicht lieber noch ein Reading. Noch ein Buch. Noch ein Kurs. Oder noch eine Erklärung dafür, warum wir sind, wie wir sind. Irgendwann wissen wir wahnsinnig viel über uns. Aber was passiert danach?

Du kannst Deinen kompletten Birth Chart kennen. Du kannst wissen, wo Deine Venus steht und was Dein Mond braucht. Und Du kannst Deine Human-Design-Autorität kennen und Deine Gene Keys studiert haben.

Die entscheidende Frage bleibt: Was verändert dieses Wissen in Deinem Leben?

Wenn Du weißt, dass Freiheit einer Deiner wichtigsten Werte ist: Wo ist diese Freiheit in Deinem Alltag? Du Du weißt, dass Du tiefe Verbindung brauchst: Welche Entscheidungen ermöglichen diese Verbindung?
Oder Du weißt, dass Dein Körper Ruhe braucht: Warum ist Dein Kalender trotzdem komplett voll?

Genau hier beginnt für mich Applied Astrology.

Nicht beim Wissen. Beim Leben.

Und jetzt beginnt die Synthese

Am 3. Oktober wird Venus rückläufig. Im Venus-Inanna-Modell beginnt damit zunächst eine Phase der Synthese und Vorbereitung auf den neuen Zyklus. Und ich mag diese Perspektive sehr.

Denn bevor wir schon wieder fragen, was wir als Nächstes loslassen, dürfen wir vielleicht erst einmal anschauen, was auf dem vergangenen Weg überhaupt passiert ist.

Was habe ich zurückgeholt? Wer bin ich dadurch geworden? Was habe ich wirklich integriert? Was ist noch eine Erkenntnis in meinem Kopf? Und was ist inzwischen Teil meines Lebens?

Mitte Oktober folgt dann eine kurze Phase im metamorphischen Himmel. Am 24. Oktober erreicht Venus ihre untere Konjunktion mit der Sonne. Astronomisch steht sie zwischen Erde und Sonne und wechselt anschließend vom Abend- zum Morgenstern. Symbolisch stirbt die alte Venus. Eine neue wird geboren.

Nach ihrer Direktstation beginnt dann im Inanna-Modell der neue Abstieg durch die Gates. Und irgendwann wird Venus wieder Tor für Tor ablegen.

Transformation hat Konsequenzen

Auch Inanna kehrt nicht einfach aus der Unterwelt zurück und macht weiter wie vorher. Ihre Rückkehr verändert etwas. Und genau das ist für mich der Teil von Transformation, der oft fehlt.

Wenn Du etwas wirklich erkannt hast, kannst Du es nicht wieder ungesehen machen. Wenn Du erkannt hast, dass eine Beziehung nicht mehr zu Dir passt, verändert das etwas. Oder wenn Du erkennst, dass Du Dein Leben an Erwartungen anderer ausgerichtet hast, verändert das etwas. Wenn Du feststellst, dass Deine tatsächlichen Werte überhaupt nicht zu Deinem Alltag passen, verändert das etwas.

Zumindest dann, wenn Erkenntnis zu Verkörperung wird. Transformation hat Konsequenzen.

Die Einladung dieses Inanna Venus Moments

Deshalb würde ich Dich gerade noch gar nicht fragen, was Du auf dem nächsten Abstieg loslassen wirst. Wir stehen noch an einer anderen Schwelle.

Frag Dich: Was habe ich seit Februar zurückgeholt?

Welche Teile von mir sind wieder lebendig geworden? Was weiß ich heute über meine Werte, Beziehungen, meinen Selbstwert, mein Begehren und meinen Genuss? Was davon lebe ich bereits? Und wo kenne ich die Antwort längst, habe aber mein tatsächliches Leben noch nicht verändert?

Denn genau da wird Astrologie für mich interessant.

Wir steigen hinab. Erkennen. Wir werden wiedergeboren. Dann steigen wir wieder auf. Erobern uns etwas zurück. Und integrieren.

Und irgendwann beginnt die nächste Runde. Entwicklung ist zyklisch. Und wir gehen nicht als dieselbe Person in den nächsten Zyklus, die in den vorherigen gegangen ist.

Das ist für mich Applied Astrology. Denn Astrologie ohne Umsetzung ist einfach nur Entertainment.


Du willst die ganze Geschichte von Inanna hören?

In der dazugehörigen Podcastfolge nehme ich Dich ausführlich mit durch Inannas Reise: ihre sieben Tore, ihren Tod in der Unterwelt, ihre Wiedergeburt und ihren Aufstieg – und wir schauen uns an, wie diese Geschichte mit dem Venuszyklus zusammenhängt und warum gerade der aktuelle Übergang so spannend ist.


Du willst tiefer in die Astrologie Deiner Venus einsteigen?

Wenn Du wissen möchtest, was Deine Venus ganz persönlich über Geld, Fülle, Selbstwert, Genuss und Empfangen erzählt, kannst Du mir genau diese Frage in meinem ONE QUESTION Reading stellen.

Wir schauen auf Deine konkrete Venus-Platzierung und übersetzen sie in Dein echtes Leben: Wie möchte Geld zu Dir finden? Was darf sich leicht und gut anfühlen? Wo blockierst Du vielleicht noch das Empfangen – und wie kannst Du anfangen, Deine Venus tatsächlich zu leben?

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